Gelesen: “Wie Träume wahr werden”

Neben dem, was schon existiert, und dem, was nicht existiert, […] gibt es auch noch das, was noch nicht existiert, was aber jederzeit Realität werden kann, wenn dafür günstige Bedingungen eingetreten oder geschaffen worden sind.
(G. Hüther)

Die Träume – das noch nicht Existierende! Nicht erfüllte Träume erzeugen in unserem Gehirn Inkohärenz. Sprich ein Ungleichgewicht, das den Energieverbrauch im Gehirn erhöht. Wir spüren intuitiv, dass irgendetwas aus dem Lot ist und versuchen alles zu tun, um wieder ins Gleichgewicht zu finden. Aber tun wir das richtige?

>>Wie Träume wahr werden<< – was verbirgt sich hinter dem Titel des neuen Buches von Gerald Hüther, Sven Ole Müller und Nicole Bauer? Ein Kochbuch für Traumfänger? Eine Anleitung, um wieder Balance ins Köpfchen zu bringen?

Be inspired …

Ich habe schon immer gerne geträumt. Tagträume gehörten als Kind zu meinem täglichen Ritual. Das Erwachsenwerden hat sie weggespült, diese wunderbaren, kurzweiligen Phantasiereisen und hat das erreichbare Ziel anstelle des nebulösen Traums treten lassen.

In meinem letzten Blogbeitrag „Wenn der Traum mit dem Wunsch spazieren geht“ habe ich dir einen ersten Einblick in den lautstarken inneren Dialog zwischen Traum und (scheinbarer) Wirklichkeit gegeben. Anscheinend ein gedanklicher Vorbote, der mir das druckfrische Buch von Gerald Hüther in die Hände gespielt hat.

Schon seit Jahren hefte ich mich an die literarischen Fersen des Hirnforschers Gerald Hüther. Immer wieder begeistert es mich, wie er Menschen mit seinen Worten dazu anregt ums krumme Eck zu denken.

Inspiriert bin ich. An Motivation habe ich gewonnen. Die Freude an meinem Tun ist wieder gewachsen. Das Bewusstsein, dass es, um die eigenen Potentiale entfalten zu können, den gemeinschaftlichen Austausch braucht, hat sich unübersehbar in mein Leben gestellt.

Das Buch und seine vielen Geheimnisse

Das Geheimnis der Potentialentfaltung!
Das Geheimnis des Gelingens!
Das Geheimnis funktionierender Gemeinschaften!

So viele Geheimnisse in einem Buch, das lässt mich nicht lange zögern, es braucht einen neugierigen Blick ins Buch …

Das eben erschienene (September 2018) Buch von Gerald Hüther, Sven Ole Müller und Nicole Bauer hat mich durch die ehrlichen, klaren Worte der Autoren und auch Protagonisten der Buchgeschichte gefesselt und berührt.

Es geht um die Geschichte von Nicole Bauer, Sven Ole Müller und deren Amateurteam, das 2016 völlig überraschend, mit nur elf Monaten Vorbereitungszeit, das Race Across America (RAAM) gewonnen hat. Das RAAM ist nicht irgendein Rennen – 5.000 Kilometer, 50.000 Höhenmeter, 12 US Bundesstaaten und 4 Zeitzonen werden Nonstop durchquert – nicht umsonst wird es als das härteste Radrennen der Welt bezeichnet.

Nein, dieses Buch ist nicht noch eines dieser Motivationsbücher, die den körperlichen und mentalen Kampf von SpitzensportlerInnen beschreiben und uns Normalos dabei ganz schön blass aussehen lassen. Es ist vielmehr die Geschichte einer Gemeinschaft, eines Teams, das sich zusammengefunden hat, um ein gemeinsames Ziel – einen Traum – zu erreichen.

Warum der Erfolg nicht (aus)reicht!

Es ist das Ziel, das unserem Weg eine Richtung vorgibt. Es ist der Wille, der uns den nötigen Antrieb gibt. Es ist der zu erwartende Erfolg, der unsere Motivation aufrechterhält.

Laut Hüther ist es nicht der Erfolg, der uns vorwärts bringt, sondern das Gelingen.

Der Erfolg ist ein Nebeneffekt des Gelingens.
(G. Hüther)

Gelingen, bis jetzt war das für mich ein sehr schwach besetzter Begriff. Hüther führt in diesem Buch jedoch sehr anschaulich in die vier Geheimnisse des Gelingens ein.

Das Gelingen ist ein Ausdruck der Entfaltung eines bis dahin verborgenen, aber in den real existierenden Gegebenheiten bereits angelegtes Potential. Um es Wirklichkeit werden zu lassen, setzen wir unsere vorhandenen und verfügbaren Ressourcen ein.

… so das 4. Geheimnis des Gelingens.

Den Sinn bei Laune halten …

Mit meiner Selbständigkeit erfülle ich mir fast täglich mein großes Sehnen nach (Selbst-)Verwirklichung. Fokussiert versuche ich mein Handwerk als Mentaltrainerin für mich und meine persönliche Zielerreichung zu nutzen. Ziele spezifizieren, messbar machen, motiviert verfolgen, um möglichst bald bzw. oft einen Erfolg verbuchen zu können.

Der Fokus auf den Erfolg verstellt auch mir oft den Blick auf das Gelingen, sprich auf die Entfaltung meiner angelegten Potentiale. Schnell verliert man sich in all dem TUN und merkt gar nicht, dass sich die Begeisterung auf halbem Weg verabschiedet hat, das Gehirn sich schon lange fragend nach dem Sinn umblickt, der sich müde am Wegesrand niedergelassen hat.

JETZT braucht es einen Richtungswechsel! Das Gehirn fasst sich ein Herz, fokussiert den Sinn und lockt ihn mit dem Glückshormon der Vorfreude, um wieder in Bewegung zu kommen. Unser hauseigenes Antriebssystem springt an, die Rädchen laufen wie geschmiert, das Ziel wird motiviert weiterverfolgt.

In einem Bad von Glückshormonen schraubt sich die Begeisterung nach oben und der Weg verankert sich in unserem Gehirn. Sinn aktiviert, Weg beschritten, Lösung gefunden, Ziel erreicht – mit Freude gelernt! Es ist gelungen!

Das Buch inspiriert …

Gelingen – Gemeinschaft – Potentialentfaltung … beim Lesen dieses Buches formen sich viele neue Bilder. Die offenen Einblicke der Co-Autoren in ihre Motivationswelt machen dieses Buch zu einem Lesevergnügen, das den Traum vom Gelingen ganz groß werden lässt. In Augenhöhe mit dem Willen steigt Lust, gemeinsam ins Tun zu kommen.

Sven Ole Müller:  „Entscheidend ist der Weg. Der Weg ist das Leben. Ergebnisse und Erfolge sind nur die logische Konsequenz.“

Nicole Bauer: „Wir haben den Beweis dafür geliefert, dass scheinbar Unmögliches im richtigen Teamgebilde machbar ist, dass es an der Zeit ist, mit unseren Konventionen bei der Auswahl von Menschen zu brechen, und vieles mehr.“

Absolut lesenswert! Absolut inspiriert!
Tanja