Verbundenheit

Wenn Sprache uns die Nähe raubt!

Abstand, Sperre, kontaktlos, Heimquarantäne, „das Leben einfrieren“, Isolation, #socialdistancing, #stayathome … viele Begrifflichkeiten und Hashtags der Distanz prägen derzeit unseren sprachlichen Alltag. Gut und wichtig sind diese Initiativen des Abstands, um unsere Gesundheit zu wahren. Aber welche Spuren hinterlassen diese Begriffe auf unserer mentalen Landkarte?

Wenn sich Worte emotional aufladen!

Nicht selten erlebe ich es in meinem Alltag als Coach, dass ein einzelnes Wort bei meinem Gegenüber einen wahren Gefühlsorkan auslöst. Ein Wort, dem man bei nüchterner Betrachtung kaum einen zweiten Blick schenken würde, aktiviert andernorts eine innere Bilderkette, die großes Gefühlskino zur Folge hat.

Große Macht übt das richtige Wort aus. Immer wenn wir auf eines dieser eindringlichen Worte stoßen, ist die Wirkung physisch und geistig – und blitzartig spontan.Mark Twain

Steter Tropfen höhlt den Stein! Wenn Begrifflichkeiten immer wieder mit emotionalen Situationen in Verbindung gebracht werden, färbt sich der Begriff Schritt für Schritt mit dieser Emotion ein. Emotionale Konditionierung nennt sich dieser Prozess, mit dem prinzipiell jedes Wort emotional aufgeladen werden kann. (vgl. S. Schramm, C. Wüstenhagen)

Emotionale Wörter lassen auch unseren Körper nicht kalt. Unser Herz verändert seinen Takt, sowohl bei positiven als auch negativ belegten Wörtern. Diese körperliche Reaktion passiert auch dann, wenn wir die Worte nur unbewusst wahrnehmen.

#socialdistancing und #stayathome werden nach der Krisenzeit eine emotionale Bedeutung und Wirkung haben, die wahrscheinlich jetzt noch kaum fassbar ist.

Metaphern – wenn Worte Bilder formen!

“Das Herz brechen”, “Die Rechte mit Füßen treten”, “Ein Meer aus Tränen” … wenige Worte reichen aus, um eine Kette an Assoziationen und Emotionen hervorzurufen. Genau das verleiht Metaphern eine nicht zu unterschätzende Macht. Sie aktivieren Erinnerungen (innere Bilder) und geben damit den Weg vor, wie wir eine Information bewerten und welche Handlungsentscheidung wir treffen. Metaphern wirken wie ein Scheinwerfer, sie werfen Licht auf einen Punkt/ein Bild und lassen den Rest im Dunklen verschwinden.

Der Linguist Georg Lakoff fasst es in klaren Worte: „Metaphors hide and highlight“ – was gesehen werden soll, wird gesehen. Grund genug, um sich wohl zu überlegen, welchen Metaphern man jetzt Raum gibt …

Wenn Sprache uns Verbundenheit schenkt!

In all dem physischen voneinander (Ab)Getrenntsein braucht es dringend eine sprachliche Nähe, die Verbundenheit schafft. Darum dürfen wir den mentalen Scheinwerfer jetzt ganz bewusst ausrichten und unsere Wahrnehmung mit ein paar Worten und Bildern der Verbundenheit füttern.

„Gemeinsam schaffen wir das“ – „Gemeinsam sind wir stärker“ – „Team Österreich“ – „Gesund bleiben“ – „zusammenhalten“ – „Solidarität“ … viele stärkende und verbindende Begrifflichkeiten befinden sich im aktuellen Informationsfluss – und das ist schön!

#verbundenbleiben – mit Kreativität Nähe schaffen!

Fakt ist, Worte hinterlassen Spuren in unserem Gehirn. Sind die Worte emotional aufgeladen, reagiert unser Gehirn schneller und speichert diese besser im Gedächtnis ab. Wiederholen wir die Worte, und koppeln wir sie im Idealfall an eine positive Emotion, wird aus der schmalen Gedankenspur Schritt für Schritt eine stabile Gefühlsautobahn.

Trotz der physischen Distanz, die notwendig und gut ist, haben wir jetzt die Wahl ob wir mental das Getrenntsein oder das Verbundenbleiben verankern. Ich habe mich fürs Verbundenbleiben entschieden und möchte daher mit der Initiative #verbundenbleiben einen mehr oder weniger lauten Aufruf starten: Findet kreative Mittel und Wege, wie ihr mit euren Liebsten trotz notwendiger Distanz in Verbindung bleibt und erzählt davon. Damit immer mehr Geschichten der Verbundenheit ihre Runden ziehen.

Was ist mit dem guten alten Brief? Ein paar achtsame Worte im Briefkasten, statt am Handy-Display, schaffen so viel mehr an Nähe!

#verbundenbleiben – die Bildsprache

Als Mentaltrainerin versuche ich die richtigen Worte zu finden, als Illustratorin poppt meist zeitgleich zum Wort ein Bild auf. Aus dem Bedürfnis nach Verbundenheit trotz notwendiger Distanz, sind erste Illustrationen entstanden … es darf wachsen …

In diesem Sinne

#verbundenbleiben #gesundbleiben #kreativbleiben

Herzlichst, Tanja Maria

P.s.: #verbundenbleiben – achtsame Worte schenken!

Noch etwas in eigener Sache: die achtsamen Worte & Bilder meines Labels „worte formen bilder“ können nach wie vor im Online Shop oder auch direkt unter office@worteformenbilder bestellt werden. Wähle aus über 40 verschiedenen Affirmationen – verfügbar im praktischen Billett-Format oder als hochwertiges Wandbild.

 

 

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