Shape it! Zeit für Gefühlsgymnastik!

 WO SITZT DER GEIST? IM KOPF …??? 
Das Bild vom Geist als Steuermann im Gehirn ist Schnee von gestern

Die Wissenschaft vermittelt uns mittlerweile ein völlig neues Bild vom Wirkungsraum des Geistes. Sie zeigt auf, dass Kommunikation nicht nur ein Dialog zwischen Geist und Gehirn ist, vielmehr findet sie unentwegt im gesamten Körper statt. Ganz und gar reiselustig vagabundiert der Geist dabei durch den Körper und zeigt sich in allen Zellen, vom Gehirn bis hin zum kleinen Zeh.

Körper- und geistvolle Erinnerungen

Wenn wir bis jetzt geglaubt haben, dass Erinnerungen nichts anderes als elektrische oder chemische Spuren sind, die sich ins Gehirn gegraben haben, liegen wir auch damit falsch. Denn so wie sich der Geist im ganzen Körper breit macht, sehen auch die Erinnerungen den Körper als ihr großes Spielfeld.

So verankern sie sich nur allzu bereitwillig in einem verspannten Nacken, im Fall von negativen Erfahrungen, oder zeigen sich in Form einer erfrischenden Gänsehaut, wenn wir gedanklich in die „positive Vergangenheit“ reisen.

Das Körpergedächtnis

Die Traumforschung hat nachgewiesen, dass sich Träumer dann am besten an die Bildergeschichten der Nacht erinnern, wenn sie genau die Körperstellung einnehmen, in der sie ihren Traum erlebten – ein kleines, ganz praktisches Indiz für die Realität der Körpererinnerung.

(Joachim Faulstich)

Unterschiedlichste (psycho)therapeutische Verfahren machen sich dieses Wissen vom Körpergedächtnis schon lange zu nutze. So lässt sich der teils blockierende Verstand umgehen, indem man über den Körper auf vergangene Erfahrungen zugreift. So wird manche(r) schon die Erfahrung gemacht haben, dass eine einfache Berührung eine Flut an Gefühlen auslösen kann, die Erinnerungen, sprich (innere) Bilder, zum Vorschein bringt, die ach so tief vergraben waren.

 GEFÜHLE SIND UNSER WERTVOLLSTER ERINNERUNGS-ANKER, SOWOHL ZUM SPEICHERN VON ERLEBTEM ALS AUCH ZUM ABRUFEN VON VERGANGENEM. 

Zum Glück braucht es den Körper – starte JETZT den Selbstversuch!

Wie sehr wir den Körper zum Gefühlserleben brauchen, lässt sich durch einen einfachen Selbstversuch zeigen:

Selbstversuch 1: Ziehe die Schultern bis zu den Ohren, verschränke die Arme vor der Brust und beiße die Zähne zusammen. Nun versuche ein Gefühl der Leichtigkeit hervorzubringen.

Selbstversuch 2: Schnapp dir einen Bleistift und klemme ihn zwischen deine Zähne. Deine Gesichtsmuskeln werden damit „gezwungen“ sich zu einem sogenannten „Duchenne-Lächeln“ zu formen. Die Mundwinkel wandern nach oben und die Augenwinkel verziehen sich zu wunderbaren Lachfältchen. Versuche nun ein Gefühl der Freude oder auch Leichtigkeit entstehen zu lassen.

Lächeln macht glücklich! – eine einfachere Form der Aktivierung unseres Körpergedächtnisses gibt es wahrscheinlich nicht.

… Wohlbefinden entsteht erst dann, wenn das Gehirn die richtigen Signale von Herz, Haut, Muskeln empfängt und deutet. Ohne unseren Körper wären wir zum Glücklichsein außerstande.

(Stefan Klein)

Gefühls-Gymnastik

Um es auf den Punkt zu bringen: Körper braucht Glücksgefühle – Glücksgefühle brauchen den Körper. Ein einmaliges Lauferlebnis qualifiziert uns noch nicht für einen Marathon, ein simples „Bleistift-Lächeln“ wird wahrscheinlich nicht reichen, um uns dauerhaft aus der Reserve zu locken.

Wollen wir einen beweglichen Körper, sind wir bereit ihn regelmäßig zu trainieren. Wollen wir einen aufmerksamen, fokussierten Geist, der die wertvollen Seiten des Lebens im Blick hat, fehlt uns jedoch jeglicher (Trainings-)Plan.

Daher ist es an der Zeit für einen Trainingsplan in Sachen Gefühls-Gymnastik! Ich bin ein Freund der einfachen Dinge, daher darf ich dir folgende Trainings-Empfehlung geben:

(c) worte formen bilder

Mindestens 1 x täglich „Lächeln“ + mindestens 1 x täglich „Hand aufs Herz“ + mindestens 1 x täglich „achtsamen Worte“.

Lächeln

Das Bleistift-Lächeln kennst du bereits. Diese Übung kannst du natürlich in alle Richtungen ausdehnen. So darf das äußere Lächeln mit dem inneren verschmelzen und sich im Herzen breit machen.

Hand aufs Herz

Diese Übung machst du am besten morgens. Nach dem Läuten des Weckers wandert ganz automatisch die Hand auf deinen Brustbereich. Ganz bewusst versuchst du deinen inneren Takt zu erspüren. Schenke dir mit der Hand auf deinem Herzen schon morgens ein Stück Geborgenheit, Selbstliebe, Leichtigkeit etc. – was immer du gerade brauchst.

Wenn du diese einfache Körperübung mit einem positiven Gedanken verbindest, setzt du dir damit einen wertvollen Körperanker. Ein Anker, den du durch die Bewegung „Hand aufs Herz“ jederzeit aktivieren kannst, vor allem in Situationen in denen man ein Stück Leichtigkeit gut gebrauchen könnte.

Achtsame Worte

… können ein positiver Spruch (Affirmation), dein Lieblingsgedicht oder ein berührender Text sein. Worte, die dich einladen deine Gedanken in eine positive, leichte oder auch beruhigende Richtung zu lenken. So wie der Geist durch den gesamten Körper vagabundiert, dürfen auch die Worte auf Reisen gehen. Vom Kopf bis zu den Zehen, das (Wort)Gefühl darf sich gerne breit machen.

(c) worte formen bilder

Diese drei Übungen kosten dir wahrscheinlich nicht mehr als 5-10 Minuten deiner Zeit – Hand aufs Herz – wirst du es probieren?

Herzvoll, Tanja Maria