Die Suche nach dem (süßen) Glück

Prächtig bunt und süß gefüllt erfreuen sie uns jedes Jahr aufs Neue. In allen Farben, Formen, Größen und Geschmacksrichtungen wandern sie in unsere Einkaufskörbe. Leise raschelt das grüne Gras aus Papier, wenn flinke Finger sich auf die Suche machen. Bunte Köstlichkeiten werden hurtig zu Tage befördert, um genussvoll verspeist zu werden.

Das (süße) Glück

So wie ich mich als Kind zu Ostern aufgeregt auf die Jagd nach dem süßen Glück begeben habe, so lässt mich auch heute, über 30 Jahre später, die Faszination am Glück, und der Suche danach, nicht los.

Subjective Well-being, Positive Psychologie, Glücksforschung, Lebensqualitäts-Index, Happy-Planet-Index, Gross National Happiness … – all diese Forschungsbereiche und Themen begleiten mich beruflich mittlerweile über Jahre. Trotz des oft nüchternen, wissenschaftlichen Umgangs mit dem Glück, ist der Antrieb immer der gleiche geblieben:

Was macht mich/uns tatsächlich glücklich?

Eine scheinbar banale Frage, mit der ich schon so manche GesprächspartnerIn ins Grübeln gebracht habe. Familie, Freunde, Beruf(ung) … die ersten Antworten liegen oft schnell am Tisch.

Was ist es, das du wirklich wirklich willst?
Was ist es, das dein Herz zum Tanzen bringt?

Die Banalität ist verschwunden, denn jetzt geht’s ums Herz. Hier will ich keine großen Wünsche hören, vielmehr sind es die vielen kleinen, alltäglichen Momente des Glücks, die meine Neugierde wecken.

Das Glück feiern!

Am 20. März 2018 war der Welt-Glücks-Tag. Medial ordentlich vermarktet, bringt dieser Tag für jene Branchen, die sich der Produktion des „Glücks“ in kleinen (Schoko)-Dosen verschrieben haben, so manch zusätzliches Geschäft. So soll es sein!

Dennoch hat dieser Tag nicht unbedeutende Nebeneffekte. Heuer durfte auch ich in deren Genuss kommen. Wenn ansonsten ob der Arbeitslast die privaten Telefone schweigen, meldeten sich liebe Freunde zu Wort, um diesen „Glücks-Tag“ mit mir zu teilen.

Das Herz geht uns auf, wenn uns jemand, abseits von Geburtstag & Co, ein paar nette Worte schenkt. Unser Gehirn schüttet Glückshormone aus, wenn wir auf diese simple aber wertschätzende Art und Weise überrascht werden. Ein Geschenk, das uns ein Lächeln ins Gesicht zaubert und unserem Körper das Signal gibt, >>HOLA<< da ist jemand glücklich!

Glück formt unser Gehirn!

Da wären wir wieder, bei meinem „Forschungs-Interesse“. Fünf Jahre wissenschaftliches Arbeiten und bald vier Jahre angewandte „Forschung“ später, bin ich zwar viele Bücher weiser und dennoch geht es mir noch immer um die gleiche Frage:

Was macht mich/dich/uns glücklich?

Egal wie viele gedankliche Kreise ich zum „Glück“ mittlerweile gezogen habe, ich lande immer wieder beim gleichen Punkt – unserer Aufmerksamkeit.

Aufmerksamkeit ist wie ein Scheinwerfer, und was Sie erleuchtet, strömt in Ihren Geist und prägt Ihr Gehirn. Folglich ist das Entwickeln größerer Kontrolle über Ihre Aufmerksamkeit vielleicht der machtvollste Weg, Ihr Gehirn und folglich Ihren Geist umzuprägen.“

(Hanson, Rick; Mendius, Richard)

Die meisten von uns haben jeden Tag die Freiheit sich zu entscheiden, worauf sie ihre Aufmerksamkeit richten. Ein einfaches Beispiel:

Option 1: Ich kann mich ärgern, dass es regnet.
Option 2: Ich kann mich freuen, dass endlich das winterliche Salz von unseren Straßen gewaschen wird.
Option 3: Ohne Berge keine Täler – ohne Regen verliert die Sonne ihre Besonderheit.

Ich weiß, das Ganze klingt stark nach rosaroter Brille und die passt „scheinbar“ nicht jedem von uns. Aber vielleicht reicht ein aufmerksamer Blick in den (inneren) Spiegel, um festzustellen, dass die schwarze Brille auch nicht immer kleidet, da sie so manch klaren Blick trübt.

Was macht uns jetzt tatsächlich zum glückliche(re)n Menschen?

Obwohl ich dazu ein paar Antworten hätte, bekommt ihr von mir dieses Mal keine weisen Sprüche. Ganz nehme ich mich natürlich nicht aus der Pflicht – daher nur ein Tipp am Rande (überraschender Nebeneffekt garantiert):

7 Tage – 70 Glücksmomente

Nachdem wir uns bald auf die österlich-süße Glückssuche begeben, kann ich euch nur empfehlen, diese Suche auch auf anderer Ebene zu beginnen. Nehmt euch die Zeit und notiert euch über die nächsten 7 Tage all jene Dinge, die euch glücklich machen, die euch inspirieren, die euch wachsen lassen, die euch einfach Freude bereiten … was auch immer.

Seid kreativ – ladet eure PartnerIn, eure Kinder, eure FreundInnen dazu ein, gemeinsam Glücks- und Wohl-Fühl-Momente zu sammeln. Schreibt euch die Momente auf kleine Kärtchen und sammelt sie in einer netten Glücks-Box.

7 Tage – 70 Glücksmomente – 70 mal das Glück einladen!

Diese Glücks-Suche klingt zwar banal, sie wird in eurer Wahrnehmung jedoch etwas verändern! Denn ihr richtet eure Aufmerksamkeit – und damit euren gedanklichen Scheinwerfer – 7 Tage lang  immer wieder auf das Glück. Laut Positiver Psychologie braucht es 3 Glücksmomente um ein weniger erfreuliches Erlebnis zu überdecken, darum seid nicht sparsam mit dem Glück! Schöpft aus dem Vollen und füllt euer Glücks-Nest ordentlich prall an.

Das Nest ist nach 7 Tagen bis oben hin voll? Tja, dann wünsche ich viel Freude beim Genießen der 70 gelegten Glücks-Eier.

Frohes Osterfest!

Tanja Maria

P.S.: Mehr zum Thema „Glück formt unser Gehirn!“ gibt es am 14. April 2018 in Mondsee beim GLÜCKSFRÜHSTÜCK!