Hörst du mich?

Deine längsten 5 Minuten …

Handy aus der Hand, Laptop zuklappen, deine volle Aufmerksamkeit wandert zu deinem Gegenüber und ihr taucht ein in …

… Die Dyade – das aufmerksame Zwiegespräch

Probiere mit deinem Partner / deiner Partnerin / deiner besten Freundin / deinem Kollegen etc. folgende Übung. Ihr kommt ins Plaudern, Meinungen werden ausgetauscht, die Kommunikation kommt ins Fließen. Verändere nun den Modus der Kommunikation: statt zu plaudern, schlüpfe nun in die Rolle der konzentrierten ZuhörerIn.

Was heißt das? Höre einfach nur zu und schenke deinem Gesprächspartner deine volle Aufmerksamkeit. Halte den Blickkontakt, versuche wenn möglich festzustellen, welche Emotionen in den Worten des anderen mitschwingen. Mutiere jedoch nicht zur kühlen BeobachterIn, sondern schärfe dein Einfühlungsvermögen und schenke deinem Gegenüber deine äußeren und inneren Ohren.

Dieses bewusste Zuhören praktiziere auf jeden Fall mindestens 5 Minuten lang. Wenn du das Gefühl hast, du müsstest eine Zwischenfrage stellen, dann konzentriere dich wieder ganz und gar auf die emotionale Welt deines Gegenübers. Auch wenn dir 5 Minuten kurz erscheinen, du wirst sehen, dass sich dieses bewusste Zuhören ganz schön in die Länge ziehen kann.

  • Verändert sich das Verhalten deines Gegenübers?
  • Kommt Unsicherheit auf, oder merkt er/sie gar nicht, dass nur er/sie am Reden ist?
  • Wie geht es dir nach diesen 5 Minuten?
  • Kostet es dich enorme Überwindung dem anderen bedingungslos dein Ohr zu schenken?
  • Oder ist dir diese Rolle des „Nur-zuhören“ wohl bekannt?

Das Geschenk des Zuhörens

Ich war immer der Typ Zuhörerin. „Warum redsn nix?“ war die Standartfrage in meiner Jugend. Aber schon damals konnte ich nicht verstehen, wie man nur auf die Idee kommen kann, dass die Gesprächszeit ein Kennzeichen dafür ist, dass man wirklich etwas zu sagen hat, geschweige denn, dass man auch wirklich etwas weiß.

Wissen entsteht nicht durch reden, sondern durch zuhören!

Warum redsn nix?“ – weil ich es unglaublich spannend finde Menschen bei ihrem Wort-Tanz zu beobachten. Denn manchmal ist es wirklich ein Tanz: einer führt, einer tritt dem anderen ständig auf die Zehen und einer der beiden ist immer der scheinbar „bessere“ Tänzer.

Zuhören kann ein grosses Geschenk sein, wenn wir weise wählen, wem wir unser Ohr schenken!

Geräuschvolle Grenzgänger

So gerne ich mein Ohr verschenke, verschenke ich es mittlerweile nicht mehr an jeden. Nur jene die das Geschenk des Zuhörens auch als solches erkennen, können sich meiner Aufmerksamkeit sicher sein.

„Ist dein Gegenüber still, dann rede wild darauf los, nutze die Chance, um deine Geschichte loszuwerden! Beeil dich!“ – ja, auch jene Gesprächspartner kennen wir alle. Mit einem Schmunzeln auf den Lippen darf ich sie meine geräuschvollen Grenzgänger nennen. Kratzen sie doch immer ganz gerne an unserer Grenze der Aufnahmefähigkeit. Kann sein, dass dieser geräuschvolle Grenzgänger sogar die beste Freundin ist, die man schätzt und der man prinzipiell gerne sein Ohr schenkt. Umso besser, mit guten Freunden lässt es sich gut lernen.

Sitzt du das nächste Mal deinem wertvollen, geräuschvollen Grenzgänger gegenüber, dann schenke ihm noch einmal für die besagten 5 Minuten deine volle Aufmerksamkeit, bevor du wertschätzend nachfragst, ob er auch gerne in dein aktuelles „Weltgeschehen“ eintauchen möchte.

Zuhören – HERZ HÖREN

Es ist eine Mischung aus Achtsamkeit und Wertschätzung, die uns zu guten ZuhörerInnen macht. Genau diese Zutaten braucht es, um uns selbst hören zu können. Sich selbst hören – wir alle haben einen inneren Taktgeber, der uns ganz klar und deutlich Bescheid gibt, wenn es innerlich und äußerlich zu laut wird. Dieser Taktgeber – unser Herz – wendet sich dann vertrauensvoll an uns, indem es seinen Rhythmus verändert.

So verfällt unser Herz in einen chaotischen Takt, wenn wir zornig, ängstlich, traurig oder einfach vom Alltag überfordert sind. Dieses Chaos (Dissonanz) …

[…] schränkt unsere Fähigkeit, klar zu denken, ein und auch die Fähigkeit, uns zu erinnern, zu lernen, vernünftig zu denken und effektive Entscheidungen zu treffen. Emotional empfinden wir Dissonanz als Entmutigung – uns rutscht, umgangssprachlich ausgedrückt, „das Herz in die Hose.

(Don Joseph Goewey)

Achtsam hinhören – meine 5 Minuten

Als achtsame ZuhörerIn spüre ich dieses Chaos im Herzen, das meinen gesamten Körper mitreißt und auch mein Gehirn (Geist) nicht kalt lässt. Zeit für meine 5 Minuten …

5 Minuten aufs HERZ HÖREN
5 Minuten tief und bewusst atmen
5 Minuten die Augen schließen
5 Minuten Liebe, Wertschätzung und Respekt in Richtung meines Herzens schicken

[…] Wenn wir Gefühle von Liebe, Respekt oder Wertschätzung aufrechterhalten, koppeln sich unser Blutdruck, unsere Atmung und andere oszillierende Systeme an den Herzschlag an und synchronisieren sich mit den Rhythmen des Gehirns. Dies ist dann ein Zustand der Resonanz […]

(Don Joseph Goewey)

Resonanz – ein Gefühl, das uns befähigt mit uns selbst und anderen achtsam in Kontakt zu treten. Es sind nur 5 Minuten – 5 Minuten, die so manche innere und äußere Welt verändern.

Herzvoll, Tanja

P.S.: Jeden Tag aufs HERZ HÖREN

2 Kommentare

  1. Liebste Tanja,
    vielen Dank für deine Worte!
    Es ist ein Geschenk dir zuzuhören, deine Worte und deine Gedanken in das Herz fließen zu lassen.

    Deine Freundin Regina – eine deiner „geräuschvollen Grenzgängerinnen“:-)

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